Runde Geburtstage soll man feiern, also habe ich das auch geplant für meinen 40er. Wir schreiben das Jahr 2021 und meine Alfetta steht nun also schon 10 Jahre in der Garage, zugedeckt und traurig auf den mittlerweile platten Reifen. Aber eben durch meinen großen Geburtstag schwingen in meinen Kopf schon erste Gedanken daran sie wieder auf die Straße zu bringen. So ganz hatte ich das ganze aber noch nicht durchgedacht, immerhin war nach wie vor die Ausgangslage unverändert, dH. etwaiger Motorschaden und dementsprechend hoher materialer und monetärer aufwand. Ich fing vorsichtig an die eine oder andere Firma anzuschreiben die sich auf Motor-Reparaturen spezialisiert haben, aber viel kam nicht zurück bzw. zustand, zu wage waren meine Angaben, zu wenig ernst waren bis dorthin meine Ambitionen.

3 Monate vor meinen Geburtstag, es war Ende Juni und wir hatten unser traditionelles Sonnwendfeuer, wurde ich in jene Garage geschickt wo sie schlief, um dort eine Kabelrolle zu holen. Ich tat wie mir gesagt, und öffnete das Tor, schnappte mir die Kabelrollen und wollte mich wieder auf den Weg zurück machen, als ich erst realisierte, die Alfetta war nicht mehr da.

Auf den Weg zurück zum Sonnwendfeuer habe ich mir so meine Gedanken gemacht, die realistischere Möglichkeit (A) war, das mein Vater sie umgestellt hat in einen anderen Bereich vom Wirtschaftsgebäude, um Platz zu machen für andere Geräte, aber eine weitere Variante (B) war auch das man hier etwas plant für meinen Geburtstag. So treffe ich dann auch meinen Vater beim Sonnwendfeuer, und redete ihn darauf an wo den die Alfetta sei. Ungewollt kam ihn im ersten Moment ein „Sch****“ aus, was natürlich Variante B nun augenscheinlicher macht (Ich hätte also das nicht realisieren sollen, dass das Fahrzeug nicht mehr in der Garage ist). Er versuchte dann ein wenig der Frage auszuweichen, und ich bohrte nicht weiter nach, habe aber natürlich nicht mehr vergessen können. Und so kam es dann am nächsten tag, Sonntag, das man mir seitens der ganzen Familie mein Geburtstagsgeschenk mehr oder minder schon überreicht wurde, die Überraschung wurde also vorgezogen.
Tatsächlich hatte mein Vater einen Bekannten in der nähe der u.a. Oldtimer restaurierte und sich meiner Alfetta erstmalig annahm. Zu den Zeitpunkt war er aber noch nicht fertig, aber ein paar Wochen Später kam der Anruf, das wir sie holen konnten. Also machten wir uns auf den Weg, und fuhren auf einen Hang in einen Bauernhof rein wo sie tatsächlich dastand, seit Jahren nicht mehr ohne Abdeckung.
Für mich war dies fast wie damals als ich sie zum ersten mal gesehen habe, so wunderschön. Nach ein paar Gespräche, haben wir sie dann tatsächlich schon mal gestartet. Ganz 100% rund ist sie nicht gelaufen, aber trotzdem, ohne Aussetzer auf allen 4 Zylinder. War es damals doch eine falsche Diagnose? Anscheinend…

Und so übernahmen wir sie wieder, und fuhren mit ihr die kurze Strecke nach hause. Mir war allerdings sofort klar, das dies nur ein Anfang ist, und das noch viel mehr gemacht werden musste. Sie ist zwar zumindest fahrfähig, aber Bremsen, Lenkung, Aufhängung usw. fühlten sich einfach nicht in Ordnung an. Mehr konnte der Kollege meines Vaters in der kurzen Zeit auch nicht machen. Also machte ich mich gleich mal auf die Suche nach einer kompetenten Werkstatt die das Fahrzeug wirklich wieder für den Alltag herrichtet. Aber zu diesen Zeitpunkt war es wirklich ein grandioses Gefühl den Alfetta Virus in mir wieder zu wecken, es war also der tritt in den Allerwertesten den ich brauchte.